Die Junge Linke Kamenz äußert sich zu einem Interview mit MdB Henry Nitzsche in der SZ vom 26.06.2007:
Der dieses Frühjahr erschienene UN-Klimabericht sollte Beweis genug sein, dass etwas unternommen werden muss. Deutschland und alle anderen Industrienationen müssen ihren Ausstoß von Kohlendioxid in den kommenden Jahrzehnten dramatisch senken. Eine „Verteufelung“ der Braunkohle, wie sie Nitzsche anprangert, ist nöti
ger denn je. Fakt ist: Sechs von zehn der schmutzigsten Kohlekraftwerke in Europa stehen in Deutschland. Mit dem Standort Boxberg haben wir sogar eine dieser Dreckschleudern ganz in unserer Nähe. Die Bundesregierung plant 27 neue Kohlekraftwerke in den nächsten Jahren. Allein der Neubau des Vattenfall-Konzerns in Boxberg werde dabei so viel Kohlendioxid jährlich produzieren, wie 1,5 Millionen Autos zusammen, so die Umweltorganisation Greenpeace. Auch die „neue“ Technik, CO2 in der Erde zu speichern, ist abzulehnen, denn ob das gespeicherte Gas auch tatsächlich in der Erde verbleibt und welche Wirkung es dort entfalten kann, ist nicht erforscht. Fatal wäre auch die Rückkehr zur Atomenergie. Das Jahr 1986 sollte uns Beweis genug sein, was im Ernstfall passieren kann, wenn der Mensch dem Irrglauben erliegt, alles kontrollieren zu können. Im übrigen ist die Lagerung von Atommüll höchst problematisch. Erst jüngst gab es in einem schwedischen Endlager einen Zwischenfall, nachdem die zulässigen Strahlenwerte deutlich überschritten worden sind. Eine Lagerung über Jahrhunderte ist ein schwer kalkulierbares Risiko. Der Grund für so viel Kurzsichtigkeit ist einfach. Ein Henry Nitzsche wird von den Folgen der Klimakatastrophe zu Lebzeiten nicht mehr viel mitbekommen. Dafür aber unsere Kinder und Enkelkinder.


