
An dieser Stelle mal ein Interview mit der Bautzner Band Silbermond. Das ganze stammt zwar schon von Ende November 2006, brisant sind einige Aussagen aber dennoch. Wer das ganze Interview lesen möchte, kann sich an uns wenden.
Frage: Ihr solltet auf dem Bundesparteitag der CDU spielen, wurdet aber doch nicht eingeladen, weil eure Musik zu revolutionär sei. Wie steht ihr dazu?
Johannes: Keine Ahnung. Anscheinend ist es so für die CDU. Vielleicht sollten die sich mal Gedanken machen, ob sie nicht zu konservativ sind. Es war für uns klar, dass wir dort nicht spielen. Wir wollen uns auch von keiner Partei vor den Wagen spannen lassen und daher haben wir auch abgesagt. Das sollen mal „De Randfichten“ machen, das klappt schon. Die sind vielleicht nicht so revolutionär.
Thomas: Wir sind jetzt keine Revoluzzer. Wir machen einfach Musik und schreiben das auf was wir denken und da sind sicher auch Sachen dabei, wo einige Menschen anscheinend denken, das wäre revolutionär. Uns war schon immer wichtig das wir vor allem ehrlich zu uns sind und das aufschreiben was wir denken und auch was wir schlecht finden. Das scheint für manche halt revolutionär zu sein.
Frage: Wie findet ihr Frau Merkel als Kanzlerin?
Andreas: Ich habe Respekt davor, weil sie die erste Kanzlerin ist. Politik ist noch immer eine Männerdomäne und sich da durchzusetzen davor habe ich schon großen Respekt. Aber kein Politiker ist perfekt oder mit allen Wassern gewaschen. Ich denke sie muss noch lernen sich irgendwie anders durchzusetzen. An sich macht sie doch eine gute Politik, aber vielleicht nicht die beste, aber auch nicht die schlechteste.
Johannes: Sie hat ja noch drei Jahre. Also, mal sehen.
Frage: Würdet ihr euch außer mit eurer Musik und euren Texten politisch engagieren?
Stefanie: Wir sind ja eine Band die immer ihre Meinung sagt. Das kann man natürlich mit den Texten machen, man kann aber auch viel verbal machen. Wer uns kennt, weiß das wir uns für Sachen engagieren die uns wichtig sind oder gegen Sachen die wir einfach scheiße finden. Schon damals als wir „Jast“ hießen, haben wir gegen Rechts in Bautzen gespielt und das werden wir auch weiterhin tun und wir werden uns gegen Rechts immer einsetzen. Es ist eine Sache wo jeder Verantwortung mitträgt, gerade in unserem Land. Jeder sollte die Augen offen halten und sensibilisiert mit diesem Thema umgehen. Deswegen drücken wir damit, glaube schon aus, was wir über die Rechtsextremen denken. Wenn wir Bock haben einen Song wie „In Zeiten wie diesen“ zu schreiben, dann haben wir das auch gemacht. Oder „Lebenszeichen“, da geht es ja auch um Toleranz. Egal ob du auf Rammstein stehst oder Sarah Connor. Scheiß drauf, deswegen kannst du auch trotzdem irgendwie anderen Menschen helfen und für eine Sache einstehen. Uns ist schon wichtig. Wir machen das halt immer so wie uns gerade Lust ist. Entweder mit unserer Musik oder verbal.
Frage: Habt ihr da auch konkrete Pläne?
Thomas: Wir unterstützen ja die Amadeo Amatonie Stiftung schon sehr lange. Mit denen haben wir auch schon einige Aktionen gehabt. Sei es beispielsweise die "Laut gegen Nazis" Tour in Schwerin vor der Landtagswahl, wo wir vor 10000 Leuten gespielt haben. Damit hat niemand gerechnet. Es ist einfach schön zu sehen das es Leute gibt, die Gesicht zeigen. Gerade in einem Land wo solche Leute präsent sind, die NPD wählen. Solche Aktion werden wir auch weiterhin machen. Wir sind da, wenn Not am Mann ist.
Johannes: Zum Beispiel in unsere Heimatstadt Bautzen. Da haben wir dieses Jahr auch mitgemacht. Die rechte Szene wollte da ein bisschen marschieren und wir haben auch bei einer Art Gegenkonzert gespielt, wo einfach auch viele Leute auf dem Platz waren und gezeigt haben: “He wir wollen nicht das Bautzen unbunt wird.“
Frage: Was würdest du machen, wenn du einen Tag Bundeskanzlerin sein könntest Stefanie?
Stefanie: Wenn ich einen Tag Bundeskanzlerin sein könnte, dann würde ich praktisch so viele Sachen machen wollen, dass am Ende nichts rauskommt. Wie die Jungs schon gesagt haben, vor solchen Menschen muss man schon Respekt haben. Es gibt so viele Leute die sagen: „Das ist scheiße und das mit der Mehrwertsteuer und das und dies.“ Letztendlich muss man sich aber fragen, ob du bereit wärst dein ganzes Leben der Politik zu opfern, bist du bereit Gesetze zu entwerfen. Das ist eine mega Verantwortung. Und ich bin mir sicher das die nicht den ganzen Tag im Bundestag sitzen und sich langweilen, genauso wenig wie wir abends nur anderthalb Stunden auf der Bühne stehen, sondern zum Musik machen gehört noch viel mehr dazu, was einige Leute manchmal nicht sehen und ich glaube in der Politik ist das ähnlich.
Thomas: Ich würde das Wohnungsgesetz ändern, dass man als Musiker schneller eine Wohnung bekommt.
Frage: Warum gerade das Wohnungsgesetz?
Wir drei Jungs wollten in eine WG nach Berlin ziehen. Da gab es halt einige Probleme mit der Wohnungssuche, weil die Makler die Augen verdrehten, als sie hörten wir wären Musiker. Wir haben über ein Jahr gesucht und keine Wohnung bekommen. Alle wollten keine Musiker haben, weil Musiker alle Drogen nehmen und Partys feiern.





